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Die Geschichte der Rettungshunde

Archäologische Funde belegen, dass der Hund seit mindestens 10.000 Jahren Teil des menschlichen Alltags ist. In der Antike bereits erkannte der Mensch, dass der Hund ein sehr anhängliches und besonders treues Tier ist. In mythologischen Texten und Überlieferungen alter Kulturen werden immer wieder Hunde als Beschützer und Wächter von Menschen erwähnt. 

Dass Hunde einen besonders ausgeprägten Spürsinn für das Auffinden von vermissten Personen haben, wird erstmals im Osiris Mythos der Alten Ägypter erwähnt. Dieser berichtet von Hunden, welche die Göttin Isis zum ausgesetzten Kind ihrer Götterschwester Nephtys hinführten. Isis nahm das Kind zu sich und zog es auf. Es wurde ihr Wächter und Begleiter, von dem es heißt, dass es die Götter ebenso bewache wie die Hunde den Menschen. 

Dies ist die erste in der Geschichte bekannte Rettung von Menschenleben durch Hunde. Von Rettungshunden wie man diese heute kennt, kann man jedoch noch nicht sprechen. Welche Hunderasse als erste zur Rettung von menschlichem Leben eingesetzt wurde, ist bis heute umstritten. Eine Geschichte besagt, dass im 17. Jahrhundert große römische Molosser (Vorfahren der heutigen Bernhardiner) erste Erfolge im Suchen und Finden von vermissten Personen zeigten. Aus diesem Grund versuchten einige Mönche in den Alpen am großen St. Bernhard (Schweiz) solche Hunde für die Suche von Menschen auszubilden und zu züchten. Diese Hunde, Bernhardiner genannt, wurden insbesondere bei der Suche von verirrten Wanderern oder Lawinenopfern eingesetzt und gelten als die erste Hunderasse die zur Rettung von Menschenleben eingesetzt wurden. 

Der wohl berühmteste aller Rettungshunde war Barry, der zwischen 1800 und 1812 über 40 Menschen gerettet haben soll. Eine schriftliche Bestätigung dieser Geschichte ist aber nicht vorhanden. Erst viel später, 1890 wurde dann der erste Deutsche Verein für Rettungshunde von Tiermaler Jean Bungartz gegründet. Als engagierter Hundeausbilder gründete er den "Deutschen Verein für Sanitätshunde". Diese Hunde wurden in beiden Weltkriegen besonders für Kurierdienste (Meldeläufer) und das Auffinden von Verletzten (Suchhunde) eingesetzt. Der Sanitätshund, heute Flächensuchhund genannt, war geboren. Erst ab etwa 1943 erweiterte man das Einsatzgebiet dieser Hunde auf die Trümmersuche. Man spricht von über 250.000 Hunden, die in beiden Weltkriegen eingesetzt wurden. Erst nach dem Krieg erkannte man, dass Hunde auch im Katastrophenfall eingesetzt werden können, z.B. bei Gasexplosionen, bei Bränden, bei Erdbeben usw. 

Das Rettungshundewesen in Deutschland selbst ist noch recht jung. 1945 übernahm der Bundesluftfahrtsverband, später umbenannt in Bundesverband für Selbstschutz, die Ausbildung von Rettungshunden. 1973 war ein schicksalhaftes Jahr für die Ausbildung der Rettungshunde: eine hochentwickelte Technologie, die langfristig gesehen kostengünstiger als der Einsatz von Rettungshunden ist, sollte die Rettungshunde ablösen. Alle Haushaltsmittel für die Ausbildung von Rettungshunden wurden somit auf staatlicher Ebene gestrichen. 

Die Fehlerquoten dieser hochempfindlichen Technologie waren ungleich höher als der Erfolg. Geräte die einen Herzschlag durch 40 cm dicke Betonwände aufspüren konnten, nahmen auch alle anderen Geräusche ihrer Umgebung wahr, registrierten auch Wassertropfen oder strömendes Gas. Fahrzeuge in einigen hundert Metern wurden mit diesem Gerät geortet. Somit musste es beim Einsatz dieser Geräte absolut still sein. Auch Ortungsgeräte, die über die Körperwärme die Lage von Verschütteten anzeigen sollten, kamen über ihre Entwicklung nicht weiter hinaus. 

Die Rettungshunde waren wieder gefragt und verschiedene Rettungsorganisationen, unter anderem auch das Deutsche Rote Kreuz, nahmen sich der Hunde an und führten deren Ausbildung in den eigenen Reihen weiter. Beachtliche Erfolge verzeichnen Rettungshunde in neuster Zeit durch den Einsatz in Erdbebengebieten weltweit zur Aufspürung verschütteter Personen. Die erzielten Erfolge bei diesen Einsätzen dürfte auch den letzten Zweifler überzeugt haben.